Erstzertifizierung GPM IPMA Level D

Zulassung und Zertifizierungsverfahren

Für die Erstzertifizierung IPMA Level D hat die GPM sowohl die Zulassungsvoraussetzungen als auch das Prüfungsverfahren sehr genau definiert und in der IPMA Competence Baseline ICB / NCB 3.0 dargelegt.

Hierdurch wird sowohl national als auch international eine objektive Beurteilung der Prüfungsleistung zur Zertifizierung ermöglicht.

Voraussetzungen Zulassung zum Zertifizierungsverfahren

Die Zulassung zum Zertifizierungsverfahren setzt nicht voraus, dass der Kandidat Erfahrung im Projektmanagement mitbringen muss, betont aber, dass es von Vorteil sei, wenn der Kandidat PM-Wissen schon mal zur Anwendung gebracht hat. Für den Eintritt in das Zertifizierungsverfahren sind erforderlich:

  • der förmliche Antrag,
  • der Lebenslauf (inkl. Ausbildung),
  • die Selbstbewertung und
  • die Erteilung der Zulassung zum Zertifizierungsverfahren.

Bewerbungsunterlagen

Zu den Bewerbungsunterlagen gehören:

  • Antrag auf Zertifizierung (F01) – das ausgefüllte Antragsformular, mit dem der Bewerber alle Regelungen des Zertifizierungsverfahrens und die mit dem Zertifikat verbundenen Rechte und Verpflichtungen durch Unterschrift anerkennt,
  • Lebenslauf, Ausbildung – eine formlose, selbst verfasste Ausarbeitung von Lebenslauf und Ausbildung – und
  • Selbstbewertungsbogen (F02) – die Selbstbewertung (Einschätzung der eigenen PM-Kompetenz (PM-Wissen und Anwendungserfahrung)) auf dem Selbstbewertungsbogen (mit Hilfe der Taxonomie in Anhang 4 der NCB 3.0).

Der Antrag sowie der Lebenslauf sind selbsterklärend. Bei dem Selbstbewertungsbogen handelt es sich um die Auflistung der Kompetenzelemente zu denen der Bewerber eine Einschätzung der eigenen Fähigkeiten auf einer Skala von 0-10 (0: keine, 1-3: niedrige, 4-6: mittlere, 7-9: hohe, 10: höchste Kompetenz) durchführt.

Die Bewerbungsunterlagen sind vollständig und jeweils einfach in Papierform (oder auf CD) einzureichen. Hierauf wird dem Absender der Empfang der Bewerbungsunterlagen bestätigt und anschließend – bei erfolgreicher Überprüfung dieser Unterlagen – die schriftliche Mitteilung der Zulassung zum Zertifizierungsverfahren mitgeteilt. (Mit der Zulassung wird – natürlich – auch die Zertifizierungsgebühr in Rechnung gestellt.)

Zertifizierungsverfahren

Das Zertifizierungsverfahren selbst besteht aus:

  • einem sogenannten Transfernachweis – einer aus ‚eigener Anschauung’ vom Kandidaten erstellten schriftlichen Darstellung der Umsetzung von PM-Wissen in PM-Praxis,
  • einer zweistündigen schriftlichen Prüfung und
  • einem 30-minütigen Prüfungsgespräch.

Transfernachweis (TrN)

Der Transfernachweis ist eine Darstellung der Umsetzung von PM-Wissen in PM-Praxis und kann als Hintergrund ein reales oder fiktives Projekt haben.

Er wird von zwei Assessoren – unabhängig voneinander – nach einem für den TrN festgelegten Schema bewertet. Die Bewertung ist Teil der Gesamtbewertung.

Bewertung:
Bei Erreichen von mindestens 50% der Maximalpunktzahl ist der TrN bestanden.

Der Transfernachweis muss spätestens 14 Kalendertage vor dem Zertifizierungstermin als PDF-Datei eingereicht werden. Der Eingang ist Voraussetzung für die Zulassung zur schriftlichen Prüfung.

Schriftliche Prüfung

Zur objektiven Beurteilung der Kenntnisse im Bereich des PM-Wissens des Kandidaten wird eine einteilige 2-stündige, schriftliche Prüfung durchgeführt.

Bei der schriftlichen Prüfungen dürfen weder elektronische noch schriftliche Notizen in Form von eigenen Unterlagen oder Laptop benutzt werden.

Die schriftliche Prüfung enthält Prüfungsaufgaben aus dem gesamten Komplex der Kompetenzelemente nach ICB / NCB 3.0 entsprechend folgender Tabelle.

 Punkte pro BereichAufgaben-Nr.
pro Bereich
Aufgaben-
schwerpunkte
1. Technische
Kompetenzelemente
801-3– Zieldefinition,
– Projektziele und Projektphasen
4-6– Projektstrukturplan (PSP),
– Netzplan,
– Einsatzmittel- und Kostenplanung,
– Projektorganisation,
– Meilensteintrendanalyse
7-8– Projektsteuerung,
– Teamarbeit,
– Kommunikation
2. Verhaltens-
Kompetenzelemente
209-10– Ergebnisorientierung,
– Führung,
– Motivation,
– Kreativität,
– Verhandlung,
– Konflikte und Krisen,
– Ethik
3. Kontext-
Kompetenzelemente
2011-12– Stammorganisation,
– Personalmanagement,
– Sicherheit, Gesundheit, Umwelt
Summe12012 

Die Prüfungsaufgaben bestehen aus Multiple-Choice-, Fill-in-, und offenen Fragen. Zusätzlich gibt es Aufgabenstellungen aus der PM-Praxis. Die maximal erreichbare Punktzahl ist in der jeweiligen Aufgabe vermerkt.

Bewertung:
Bei Erreichen von mindestens 50% der Maximalpunktzahl ist die Prüfung bestanden.

Mündliche Prüfung

Die mündliche Prüfung besteht aus Kurzvorträgen zu zwei Fachthemen des PM. Der Kandidat zieht vor Beginn des Prüfungsgespräches (aus einer Auswahl von etwa 180 Themen) im Losverfahren drei Themen und entscheidet, welche zwei Themen in dem etwa halbstündigen Prüfungsgespräch mit den beiden Assessoren behandelt werden.

Alle 46 Kompetenzelemente nach NCB / ICB 3.0 sind prüfungsrelevant und somit Teil der Themenauswahl.

Der Kandidat erhält zunächst die Gelegenheit, zu jedem gewählten Thema einen Kurzvortrag zu halten, anschließend werden Fragen der Assessoren zu den Themen im Gespräch behandelt. Für jedes Thema sind etwa 10 Minuten vorgesehen. Während der Prüfung bewerten die Assessoren unabhängig voneinander auf einer Skala von 0-10 für jedes gewählte Thema einzeln:

  • Verständlichkeit des Vortrags und das vorgetragene PM-Wissen,
  • Wissenstransfer und dessen Veranschaulichung durch eigene Beispiele.

Zusätzlich wird bezogen auf beide Themen beurteilt:

  • allgemeine Formulierungen und
  • Reaktion auf Fragen.

Bewertung:
Bei Erreichen von mindestens 50% der Maximalpunktzahl ist die Prüfung bestanden.

Im Anschluss an die mündliche Prüfung erhält der Kandidat ein Feedback zu seinem Transfernachweis (der Transfernachweis ist im Original mit in die mündliche Prüfung zu nehmen).

Zertifikatserteilung

Nach erfolgreich bestandenem Zertifizierungsverfahren und Bestätigung der ordnungsmäßigen Durchführung des Verfahrens durch die Zertifizierungsstelle wird dem Kandidaten das entsprechende Zertifikat erteilt. Alle Zertifikate werden bei der IPMA veröffentlicht (Land, Name, Zertifikatslevel, Gültigkeitsdaten).

Foto: “The right way” von Fabrizio Sciami lizensiert unter CC BY SA 2.0

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