Qualität II (Technisches Kompetenzelement 1.05)

Prozess, PDCA-Zyklus und QM-System

Ein Qualitätsmanagement-System stellt ausgehend von den Prozessen in einem Unternehmen und den Grundsätzen des QM die Zusammenhänge und Anforderungen auf.

Ein Unternehmen, welches ein QM-System implementiert, hat immer die Kundenzufriedenheit als Ziel und führt einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess durch.

Foto: “output-3983” von Matts Lindström lizensiert unter CC BY 2.0

Prozess

Ein Prozess in nach ISO 9000 definiert als „Satz von in Wechselbeziehungen oder Wechselwirkung stehenden Tätigkeiten, der Eingaben in Ergebnisse umwandelt”. Einfacher gesagt, eine Eingabe wird durch Tätigkeiten in eine Ausgabe verwandelt.
Als ‚beherrschten’ Prozess versteht man einen Prozess, dessen Ergebnisse
  • gleich bei gleichen Randbedingungen,
  • wiederholbar und
  • messbar / überwachbar sind.

Prozessfestlegung

Die ISO 9001 beschreibt, dass für einen Prozess dessen ausschlaggebende Faktoren bestimmt werden sollen. Dies schlägt sich in einer Prozessbeschreibung nieder, die durch eine Prozessfestlegung mit Inhalt gefüllt wird. Um die entscheidenden Faktoren eines Prozesses zu ermitteln kann wie folgt zur Prozessbestimmung vorgegangen werden.

  1. Ergebnis: was soll das Ergebnis/Ziel sein?
  2. Tätigkeiten: wie kommt man zu dem Ergebnis/Ziel?
  3. Ressourcen: was für/welche Ressourcen benötigt man für die Tätigkeiten?
  4. Prozessverantwortlicher: wer ist für den Prozess und dessen Ergebnis verantwortlich?
  5. Eingaben: welche Eingabe ist für die Verwandlung notwendig?

Die Festlegungen können durch den Prozesseigner sinnvoll durchgeführt werden, da er sowohl verantwortlich für das Ergebnis des Prozesses verantwortlich ist, als auch den Prozess und dessen Bedürfnisse am besten kennt (bzw. kennen sollte). Eingebaut in das einfache Prozessdiagramm ergibt sich daraus folgende Darstellung.

Ressourcen
  • Personal (mit Qualifikationen),
  • Infrastruktur (z.B. Gebäude, Stuhl, Bleistift),
  • Arbeitsumgebung (Arbeitsbedingungen ‚zum Wohle‘ des Produkts; z.B. Reinraum).
Prozessverantwortlicher / Prozesseigner<
  • verantwortlich für Ergebnis, Ablauf und Kontrolle des Prozesses
Ausgabe
  • Ergebnis / Ziel des Prozesses
Eingabe
  • Ergebnis des Vorgängerprozesses,
  • Pläne, Formulare,
  • Informationen
  • Rohstoffe.
Zwei Begriffe, die in diesem Zusammenhang vorkommen sind Prozesseigner und Prozessoperator.
Prozesseigner
  • ist verantwortlich für den Prozess
  • arbeitet am Prozess.
Prozessoperator
  • ist verantwortlich für die Tätigkeit(en) im Prozess
  • arbeitet im Prozess

Internes Kunden-Lieferanten-Prinzip

Prozesse haben immer Übergabepunkte - sie erhalten Eingaben und liefern Ausgaben. Diese Übergabepunkte werden als Schnittstellen bezeichnet. An den Schnittstellen kann es zu Missverständnissen kommen, können fehlerhafte Ergebnisse weitergegeben werden oder können selbst Fehlerquellen darstellen.

Das interne Kunden-Lieferanten-Prinzip zwischen zwei Prozessen hilft an dieser Stelle dadurch, dass ein Vorgängerprozess als Lieferant und ein Nachfolgerprozess als Kunde für den eigenen Prozess definiert wird. Hierdurch wird eine Verhaltens- und Selbstverständnisänderung bei den Beteiligten erwirkt, da diese sich einerseits als Kunde (in Richtung Vorgängerprozess) und andererseits als Lieferant (in Richtung Nachfolgerprozess) - mit den jeweiligen Rechten und Pflichten - verstehen.

Formalisiert hilft dieses Selbstverständnis, die Qualität des Prozesses, der Eingaben und der Ausgaben zu verbessern. Die Erwartungen und Anforderungen an den Lieferanten sowie Informationen bezüglich der Abnahme des Ergebnisses durch den Kunden werden in Checklisten festgehalten.

Bei der Annahme der Eingaben bzw. der Abnahme der Ergebnisse wird das Produkt übergeben, die Checkliste durchgegangen und die Feststellungen notiert und ein Feedback des jeweiligen Empfängers eingeholt. Über diese Kontrolle kann eine Verbesserung der Qualität der Eingabe, der eigenen Ausgabe und der eigenen Tätigkeiten (Verwandlung) erreicht werden.

Verbesserung der Prozesse – PDCA-Zyklus

Die ständige Verbesserung und die Einführung des Verbesserungsprozesses als einer der Grundsätze des Qualitätsmanagements bedingt, den Verbesserungsprozess zu beschreiben. Der von Deming entwickelte Qualitätskreis – auch PDCA-Zyklus genannt – hat sich als Denkmodell des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses durchgesetzt.

Prozessarten / Prozesslandschaft

Prozesse in einem Unternehmen werden in verschiedene Arten von Prozessen eingeteilt und bilden so die Prozesslandschaft eines Unternehmens.
Kernprozesse (auch Hauptprozesse)

Die Kernprozesse sind die wertschöpfenden Prozesse des Unternehmens und wirken sich direkt auf die Leistung (Produkt) und Qualität der Leistung des Unternehmens aus.

Managementprozesse (auch Führungsprozesse)

Managementprozesse wirken auf alle Bereiche und Prozesse des Unternehmens. Hier werden strategische Entscheidungen getroffen, die Ziele, Produkte und Politik des Unternehmens festlegen.

Unterstützende Prozesse

Unterstützende Prozesse helfen mit, damit Kernprozesse reibungslos ablaufen können.

Beispielhafte Prozesslandschaft eines Unternehmens

Modell eines prozessorientierten QM-Systems

Das Modell des prozessorientierten Qualitätsmanagement-Systems stellt anschaulich dar, wie ein QM-System in einem Unternehmen implementiert werden kann und wie dies - unter Beachtung der Prozesse im Unternehmen, des Strebens nach Kundenzufriedenheit und der Grundsätze des Qualitätsmanagements – wirkt und untereinander wechselwirkt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.