Projektziele IV (Technisches Kompetenzelement 1.03)

Zielhierarchie, Strukturierungsmethoden, Zieldokumentation

Die Detaillierung von Projektzielen erfolgt durch Strukturierungsmethoden und ergibt eine systematische Darstellung über mehrere Ebenen, der Zielhierarchie.

Da die Zielerreichung der so gegliederten Ziele ein Maßstab für den Erfolg eines Projekts ist, müssen alle Ziele mit dem Auftraggeber abgestimmt und dokumentiert werden. Dies erfolgt über das Werkzeug Lasten- und Pflichtenheft.

Foto: “Dais” von Michael Coghlan lizensiert unter CC BY-SA 2.0

Zielhierarchie

Die Zielhierarchie stellt die Gesamtheit und Struktur aller Ziele eines Projekts dar. Ausgehend vom Gesamtziel des Projekts wird dieses heruntergebrochen in kleinere Einheiten, die in Zielklassen, Zielunterklassen, Ziele und Unterziele detailliert und angeordnet werden. Auf der untersten Ebene müssen alle Ziele operational sein, so dass in der Zielhierarchie jeweils Kriterien definiert werden können, die als Maßstab der Erreichung jedes einzelnen Ziels herangezogen werden.

Die Zielhierarchie sollte mindestens aufführen:
  • Leistungsziele – nach Leistung, Qualität, Quantität, soziale Ziele
  • Verhaltensziele – nach Zeit, Budget, Ressourcen
Es ist darauf zu achten, dass es sich jeweils bei den in der untersten vorhandenen Ebene (dies muss nicht immer die Ebene ‚Unterziele’ sein, wenn schon vorher keine weitere sinnvolle Aufteilung des Ziels in der jeweiligen Ebene möglich ist) befindlichen Zielen und operationale – also konkrete - Ziele handelt. Anderenfalls ist es nicht möglich, ein Kriterium zu definieren, anhand dessen die Erreichung dieses Ziels nachvollziehbar festgestellt werden kann.

Strukturierungsmethoden

Die Strukturierung – hier von Zielen – kann durch unterschiedliche Methoden durchgeführt werden. Hier sollen nur vier der gängigsten Methoden vorgestellt werden.

Top-down-Verfahren

Im Top-down-Verfahren geht man von der obersten Hierarchieebene aus und bricht die Ziele so weiter auf, dass jeweils schrittweise die weiter unten liegenden Ebenen gebildet und formuliert werden.

Bottom-up-Verfahren

Im Bottom-up-Verfahren geht man von der untersten Hierarchieebene aus und verdichtet die Ziele so, dass jeweils schrittweise die weiter oben liegenden Ebenen gebildet und formuliert werden.

Gegenstrom-Verfahren

Beim Gegenstrom-Verfahren handelt es sich um eine Mischung des Top-down- und des Bottom-up-Verfahrens. Hierzu geht man jeweils von der obersten Ebene aus, bricht die – nun erst einmal vorläufigen - Ziele schrittweise herunter. Nun geht man von der untersten Ebene mit den Zielen wieder schrittweise nach oben, wobei die dort im ersten Durchlauf vorläufig definierten Ziele einer Verbesserung und/oder Veränderung unterworfen werden. Somit werden in diesem Verfahren die Vorteile des Top-down- und des Bottom-up-Verfahrens kombiniert, um ein besseres Ergebnis zu erhalten.

Retrograd / progressiv

Bei der retrograden / progressiven Methode greift man auf bestehende und/oder bekannte Strukturierungen als Basis zurück und erweitert die Zielhierarchie darauf aufbauend in der Form, dass es für das Projekt passt.

Zieldokumentation

Da der Projekterfolg anhand der Erreichung von Zielen gemessen wird, ist es notwendig, diese zu dokumentieren und im Projektverlauf auch weiter zu pflegen, wenn es zu Änderungen kommt.

Lastenheft

Als Lastenheft wird das Dokument bezeichnet, in welchem der Auftraggeber die Ziele, Anforderungen und Wünsche für das Projekt darlegt.

Pflichtenheft

Die Informationen des Auftraggebers aus dem Lastenheft werden durch den Auftragnehmer auf die Machbarkeit untersucht. Es werden realistische Ziele, Anforderungen und Wünsche aufgenommen und in das sogenannte Pflichtenheft übertragen. Dies erfolgt unter genauer Spezifikation dessen, was der Auftragnehmer wann und in welcher Form durch das Projekt zu leisten anbietet. Das Pflichtenheft kann Teil des Vertrages der beiden Parteien werden, so dass die Ziele und Anforderungen des Projekts klar definiert sind. Ebenso dient das Pflichtenheft als Basis zur Erstellung der Zielhierarchie.

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