Projektphasen IV (Technisches Kompetenzelement 1.11a)

Vorgehensmodelle

Ähnlich wie für Projektphasen Phasenmodelle existieren, haben sich für das gesamte Abarbeiten eines Projekts Modelle – Vorgehensmodelle – etabliert. Diese beschreiben einen idealtypischen Ablauf, Tätigkeiten, Werkzeuge und Methoden eines Projekts.

Foto: “Processing 02” von Carsten lizensiert unter CC BY-SA 2.0

Die Komplexität eines Projekts soll durch die Nutzung eines Vorgehensmodells dadurch verringert werden, dass eine klare Projektstruktur und der Ablauf des Projekts vorgegeben wird.

Die Schwierigkeit besteht darin, das für ein individuelles Projekt passende Vorgehensmodell zu identifizieren und an die vorhandenen Rahmenbedingungen anzupassen.

Es wird nach zwei Arten von Vorgehensmodellen unterschieden, den

  • übergreifenden Vorgehensmodellen und den
  • spezifischen Vorgehensmodellen.

Übergreifende Vorgehensmodelle

Bei den übergreifenden Vorgehensmodellen sind nicht bezogen auf bestimmte Eigenschaften eines Projekts sondern sind allgemein definiert und sollen so Projekte jeglicher Ausprägung unterstützen.

Beispiele

Wasserfallmodell: das Wasserfallmodell zeichnet sich dadurch aus, dass die Projektphasen sequentiell durchlaufen werden und die Voraussetzung für den Übergang in eine weitere Phase der Abschluss der vorhergehenden Phase ist.

V-Modell: das V-Modell stellt eine Weiterentwicklung des Wasserfallmodells dar. Jeder Projektphase wird eine Qualitätssicherung gegenübergestellt, in der die erreichten Ergebnisse jeder Phase gegen die Spezifikation der Ergebnisse für die jeweilige Phase getestet werden.

Iterative Modelle (evolutionär/inkrementell): iterative Modelle unterstellen, dass eine Leistung nicht in einem Schritt der Entwicklung abgeschlossen werden kann sondern erst durch weiteres Durchlaufen der Projektphasen eine Weiterentwicklung erführt. Die Iteration wird mehrfach durchlaufen bis das finale Projektergebnis fertig gestellt ist. Zu Beginn des Projekts sind die Kernanforderungen, jedoch nicht alle Anforderungen des Auftraggebers bekannt. Nach jeder Iteration wird das Produkt dem Auftraggeber vorgestellt und so die jeweilige Weiterentwicklung bestimmt.

PRINCE 2: Version 2 des "PRojects IN Controlled Enviroments" als Standard der britischen Regierung für IT-Projekte.

PMBoK: ist das Akronym für Projekt-Management Body of Knowledge.

Spezifische Vorgehensmodelle

Bei den spezifischen Vorgehensmodellen handelt es sich um Modelle, welche definiert worden sind für bestimmte

  • Projektgrößen,
  • Branchen,
  • Projektgegenständen oder
  • Projektarten.

Beispiele

V-Modell XT: ein vom Bund entwickeltes Modell für IT-Projekte - V-Modell XT Bund

HERMES: in der Schweiz entwickeltes Modell für IT-Projekte - HERMES

Organisationsprojekte: ein vom Bund entwickeltes Modell für Organisationsprojekte - Organisationshandbuch

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