Projektphasen II (Technisches Kompetenzelement 1.11a)

Projektlebenszyklus, Produktlebenszyklus und Phasenmodell

Das Ergebnis der Phasenplanung stellt den Projektlebenszyklus dar. Dieser kann um den Produktlebenszyklus ergänzt werden, um eine ganzheitliche Betrachtung zu ermöglichen.

Bei der Phasenplanung können Phasenmodelle eine rationelle Erstellung unterstützen.

Foto: “Life” von gfpeck lizensiert unter CC BY-ND 2.0

Projektlebenszyklus und Produktlebenszyklus

Die Gesamtheit aller Phasen eines Projekts wird als Projektlebenszyklus bezeichnet. Nimmt man die Sichtweise des Auftragnehmers ein, endet der Projektlebenszyklus mit der Lieferung der Projektleistung an den Auftraggeber.

Im Anschluss daran beginnt der Produktlebenszyklus, welcher die Phasen der Nutzung und Außerdienststellung – auch Rückbau genannt – umfasst.

Je nach Definition kann aus Auftraggebersicht ein Projektlebenszyklus sowohl die Phasen von der Entwicklung, Erstellung und Lieferung des Produkts bis zum Ende der Außerbetriebnahme, also auch den Produktlebenszyklus, umfassen. Dies hängt sehr stark von dem betrachteten Produkt und dessen Produktlebenszyklus (im Sinne Zeiträume der Nutzung und der Außerbetriebnahme) ab.

Phasenmodelle

Trotz der Definition eines Projekts als „Vorhaben, das im Wesentlichen durch Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist“ hat es sich als sinnvoll erwiesen, Phasenmodelle zu erstellen. Typische Phasenmodelle existieren für die unterschiedlichen Projektarten nach Inhalt

  • Investitionsprojekt,
  • Forschungs- und Entwicklungsprojekt,
  • Organisationsprojekt oder
  • Software-Entwicklungsprojekt

ebenso wie nach Branchen (z.B. im Bau: nach HOAI: 9 Phasen).

Diese Phasenmodelle sind standardisierte Darstellungen des Projektablaufs mit entsprechend definierten Phasen und Meilensteinen. Hierbei sind einheitliche Bezeichnungen von Projektphasen und Teilergebnissen üblich.

Die Vorteile der Nutzung von (passenden) Phasenmodellen bestehen darin, dass hierdurch

  • eine schnelle Orientierung,
  • eine Arbeitserleichterung,
  • Klarheit und
  • die Möglichkeit der Nutzung von Erfahrungen

für ein neues Projekt erreicht werden können. Dem stehen die Nachteile des (notwendigen) Anpassungsaufwands sowie einer möglichen Fehlerquelle bei unreflektierter Übernahme eines Modells gegenüber. Entsprechend ist eine Abwägung der Vor- und Nachteile der Nutzung eines bestehenden Phasenmodells durch den Projektleiter vorzunehmen, um den Aufwand für die Erstellung des Phasenplans so zweckdienlich wie möglich zu halten.

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