Kommunikation II (Technisches Kompetenzelement 1.18)

Innere Landkarte, Inneres Team, Selektive Wahrnehmung

Wie beim Modell des Nachrichtenquadrats erläutert erfolgt bei jeder Kommunikation nicht nur eine Übermittlung auf der Sach-Ebene. Die in der Beziehungs-Ebene übermittelten Botschaften treffen nun auch den Empfänger und stoßen in diesem Deutungsbemühungen an.

Ein Versuch der Erklärung, wodurch diese Deutungsbemühungen beim Empfänger beeinflusst werden, wird durch die Modelle der ‚Inneren Landkarte’ und des ‚Inneren Teams’ unternommen.

‚Innere Landkarte’

In der Neurolinguistischen Programmierung (NLP) ist der Begriff der ‚Inneren Landkarte’ geprägt worden. Diese ‚Innere Landkarte’ stellt die Wahrnehmung der Realität eines jeden Einzelnen dar und stellt sich für jeden Einzelnen auch anders dar. Die Wahrnehmung ist immer geprägt durch die individuelle Vergangenheit der einzelnen Person, so dass Erziehung, Werte, Kultur und Überzeugungen, um nur einige Aspekte zu nennen, die jeden Menschen prägen, immer die Bedeutung der empfangenen Kommunikation beeinflussen.

Eine Kommunikation im Sinne von Empfänger versteht die vom Sender übermittelte Botschaft gelingt nur, wenn die jeweilige ‚Innere Landkarte’ zumindest teilweise übereinstimmt. Der Versuch einer Kommunikation kann daher verbessert werden, indem der Sender versucht, Dinge auch aus der Sichtweise des Empfängers zu betrachten, um dadurch die Botschaft der Kommunikation für den Empfänger verständlicher zu gestalten.

‚Inneres Team’

Trifft die Botschaft eines Senders beim Empfänger ein, beziehen beim Empfänger häufig verschiedene innere Anteile (ungefragt) zu dieser Botschaft Position. Diese inneren Anteile nennt Schulz von Thun das ‚Innere Team’. So gibt es beim Empfänger – eben wie bei einem Projektteam – verschiedene Ansichten, Deutungen Situation geeignete innere ‚Stimme’ zu Wort kommen zu lassen, um die Botschaft zu verstehen und zweckdienliche Antworten und Handlungen zu finden.

‚Selektive Wahrnehmung’

Selektive Wahrnehmung nennt man die Tatsache, dass jeder Mensch nur einen Teil des Umfelds wahrnimmt, andere Teile jedoch ‚ausblendet’. Dies beruht darauf, dass durch die Vielzahl der auf uns eintreffenden Informationen das Gehirn versucht, bekannte Muster zu erkennen, um anschließend neue Informationen in die bekannten besser einordnen zu können. Welche Informationen der Empfänger wahrnimmt, hängt davon ab, ob es Übereinstimmungen zu seiner ‚Inneren Landkarte’ gibt. So werden Informationen, die zu der jeweiligen ‚Inneren Landkarte’ passen, stärker wahrgenommen, widersprechende Informationen jedoch ausgefiltert oder umgedeutet, so dass sie wieder der ‚Inneren Landkarte’ entsprechen. Dieses Phänomen wird in der Psychologie als ‚Selektive Wahrnehmung’ bezeichnet. Eine erfolgreiche Kommunikation zeichnet sich somit dadurch aus, dass die übermittelten Botschaften zumindest teilweise in die ‚Innere Landschaft’ des Empfängers passen, diesem also entweder bereits vertraut sind oder für den Empfänger plausibel sind.

Foto: “navigation (cc)” von Martin Fisch lizensiert unter CC BY-SA 2.0

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