Ablauf und Termine III (Technisches Kompetenzelement 1.11b)

Erstellung Netzplan

Die Erstellung eines Netzplans erfolgt aus den Informationen zu den einzelnen Vorgängen.

Der Netzplan gibt an, wie die Abfolge der einzelnen Vorgänge angeordnet ist und wie sich die zeitlichen Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Vorgängen darstellen. So wird der kritische Pfad eines Projekts identifiziert, auf den ein besonderes Augenmerk gelegt werden muss.

Foto: “Dali Math” von Mikael Hvidtfeldt Christensen lizensiert unter CC BY 2.0

Vorgangsbeschreibung

Die aus den Arbeitspaketen des PSP entwickelten Vorgangsbeschreibungen bilden die Basis, den Netzplan für das Projekt zu erstellen. Die Vorgangsbeschreibung enthält formale als auch sachliche Inhalte.

Zu den formalen Inhalten gehören die Bezeichnung des Vorgangs sowie der PSP-Code. Zu den sachlichen Inhalten gehören bezogen auf den jeweiligen Vorgang

  • Ziele,
  • Aktivitäten,
  • Ergebnisse,
  • Dauer.

Zusätzlich enthält die Beschreibung Informationen zu dem Vorgang, die sich aus dem Netzplan ergeben:

  • frühester Anfangszeitpunkt (FAZ)
  • frühester Endzeitpunkt (FEZ)
  • spätester Anfangszeitpunkt (SAZ)
  • spätester Endzeitpunkt (SEZ)
  • Gesamtpuffer (GP) und
  • freier Puffer (FP).
In der Vorgangsknotentechnik werden die Informationen zur Erkennung des Vorgangs (Bezeichnung und Nummer) sowie die zeitbezogenen Informationen wie folgt dargestellt:

Gesamtpuffer (GP)

Der Gesamtpuffer eines Vorgangs ist die Differenz zwischen der frühesten und der spätesten Lage eines Vorgangs und kann ausgedrückt werden durch:

GP = FEZ-FAZ = SEZ-FEZ

Der Gesamtpuffer ist dadurch charakterisiert, dass bei zeitlicher Verschiebung des Vorgangs um die Zeit des Gesamtpuffers sich dies nicht in einer Verschiebung des Endtermins des Netzplans (oder des Teilnetzplans) ergibt. Es gibt somit keine Auswirkungen auf den Endtermin, wenn dieser Puffer aufgebraucht wird.

Freier Puffer (FP)

Der freie Puffer eines Vorgangs ist die Zeitspanne, um die der Vorgang aus seiner frühesten Lage verschoben werden kann, ohne dass dies einen Einfluss auf die früheste Lage eines anderen Vorgangs hat.

Kritischer Pfad

Der Ablauf entlang der Vorgänge, die keinen Gesamtpuffer haben, wird als kritischer Pfad bezeichnet. Der kritische Pfad zeichnet sich dadurch aus, dass die Vorgänge, die auf dem kritischen Pfad liegen, nicht zeitlich verschoben werden können, ohne dass sich der Endtermin des Netzplans – dies ist der Endtermin des Projekts, falls der Netzplan für das gesamte Projekt entwickelt wurde – auch verschiebt. Die Vorgänge auf dem kritische Pfad müssen im Projektmanagement besonders im Auge behalten werden, da die Dauer der Vorgänge auf dem kritischen Pfad den Endzeitpunkt des Projekts beeinflussen.

Dauer

Die Dauer eines Vorgangs ist die zeitliche Differenz zwischen Anfang und Ende eines Vorgangs in dem gewählten Zeitraster (z.B. Tage, Wochen).

Zeitpunkt

Als Zeitpunkt bezeichnet man einen festgelegten Punkt im Ablauf, der durch das gewählte Zeitraster relativ zum Startpunkt bestimmt werden kann.

Termin:

Ein Termin ist ein Zeitpunkt, der durch Datum und Uhrzeit bestimmt ist.

Lage

Eine Lage stellt die zeitliche Position eines Vorgangs im gewählten Zeitraster dar.

2 Gedanken zu „Ablauf und Termine III (Technisches Kompetenzelement 1.11b)“

  1. Hallo Tobias. Zur Berechnung der Puffer wird eine Rückwärts- und eine Vorwärtsrechnung durchgeführt.

    Die Informationen ‚Spätester Start-‚ und ‚Spätester End-Zeitpunkt‘ werden in der Rückwärtsrechnung ausgehend vom Endtermin bestimmt. Die Informationen ‚Frühester Start-‚ und ‚Frühester End-Zeitpunkt‘ werden in der Vorwärtsrechnung ausgehend vom Starttermin bestimmt.

    Hat man die jeweiligen Zeitpunkte für alle Vorgänge bestimmt, kann nun der ‚Freie Puffer‘ und der ‚Gesamtpuffer‘ für jeden Vorgang bestimmt werden.

    Bewegt man sich entlang der Vorgänge mit jeweils ‚Gesamtpuffer‘ gleich Null, sieht man den kritischen Pfad, der zur Einhaltung des Endtermins erforderlich ist.

    Hilft das weiter?

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