Ablauf und Termine II (Technisches Kompetenzelement 1.11b)

Netzplantechnik und Netzplan

Im Projektmanagement wird häufig die Methode der Netzplantechnik angewendet, um den Ablauf- und Terminplan darzustellen.

Anhand der sachlogischen Beziehungen unter den einzelnen Vorgängen und Arbeitspaketen wird der Netzplan für das Projekt erstellt.

Foto: “Morning Fly By” von Don McCullough lizensiert unter CC BY 2.0

Netzplantechnik

Netzplantechnik ist nach DIN 69900 definiert als „alle Verfahren zur Analyse, Beschreibung, Planung, Steuerung und Überwachung von Abläufen auf der Grundlage der Graphentheorie, wobei Zeit, Kosten, Einsatzmittel bzw. Ressourcen berücksichtigt werden können. Ein Netzplan ist die graphische oder tabellarische Darstellung von Abläufen und deren Abhängigkeiten“.

Der Netzplan stellt einen Graphen dar, der aus Knoten (dargestellt als Kästchen oder Kreise) und Kanten (dargestellt als Pfeile) besteht. Dabei stellen die Kanten Anordnungsbeziehungen bzw. Vorgänge und die Knoten entweder Vorgänge oder Ereignisse dar.

Vorgang

In DIN 69900 ist Vorgang definiert: „Ein Vorgang ist ein Ablaufelement, welches ein bestimmtes Geschehen beschreibt.“ Ein Vorgang hat einen Anfang und ein Ende und somit eine bestimmte Dauer, die größer als Null ist.

Ereignis

Ein Ereignis ist ein Ablaufelement, welches den Eintritt eines Zustands charakterisiert und keine zeitliche Ausdehnung und somit die Dauer von Null hat. Als Ereignis besonderer Bedeutung (Schlüsselereignis) wurde der Begriff des Meilensteins bereits in der Phasenplanung benutzt.

Anordnungsbeziehung (AOB)

Eine Anordnungsbeziehung charakterisiert eine quantifizierbare logische Abhängigkeit zwischen Vorgängen oder Ereignissen.

Arten von Netzplänen

Vorgangspfeilnetzplan (VPN): Bei einem Vorgangspfeilnetzplan werden die Vorgänge als Pfeile zwischen Ereignissen dargestellt (auch genannt Critical Path Method, CPM).
Entscheidungsbaumplan (ENP): Ein Entscheidungsbaumplan basiert auf dem Vorgangspfeilnetzplan, enthält aber zusätzlich noch Elemente, die eine Entscheidung - und somit eine Verzweigungsmöglichkeit – darstellen.
Ereignisknotennetzplan (EKN): Bei einem Ereignisknotennetzplan werden Ereignisse als Knoten und die Anordnungsbeziehungen als Pfeile dargestellt (auch genannt Program Evaluation and Review Technique, PERT).
Vorgangsknotennetzplan (VKN): Bei einem Vorgangsknotennetzplan werden die Vorgänge Knoten und die Anordnungsbeziehungen als Pfeile zwischen Vorgängen dargestellt (auch genannt Metra Potential Methode, MPM). Diese Methode hat sich im deutschsprachigen Raum durchgesetzt und wird hier weiter vorgestellt.

Anordnungsbeziehungen der Vorgangsknotennetzplantechnik

Die Anordnungsbeziehung gibt die logische Abfolge der Vorgänge im Netzplan an. Zwischen den einzelnen Vorgängen kann zusätzlich noch ein zeitlicher Abstand (z) angegeben werden. Dieser zeitliche Abstand kann sowohl positiv als auch negativ sein.

Die DIN-konforme Darstellung zwischen zwei Vorgängen zeigt den Pfeil immer vom Ende des Vorgängers zum Anfang des Nachfolgers. Die Beziehung wird lediglich durch die Art der Folge (NF, AF, EF, SF) und den möglichen zeitlichen Abstand charakterisiert (üblich ist es, bei einer Normalfolge das Kurzzeichen NF wegzulassen, da die Normalfolge die ‚normale’ Abfolge darstellt).

Die in den folgenden Zeichnungen gestrichelten Darstellungen werden hier lediglich zur Veranschaulichung genutzt und gehören nicht zur DIN-konformen Darstellung.

Folgende Anordnungsbeziehungen werden verwendet:
Normalfolge NF: die Normalfolge stellt eine Ende-Anfang-Beziehung dar. Das Ende eines Vorgängers steht in Beziehung zu dem Anfang eines Nachfolgers (in MS-Project: EA).
Anfangsfolge AF: die Anfangsfolge stellt eine Anfang-Anfang-Beziehung dar. Der Anfang eines Vorgängers steht in Beziehung zu dem Anfang eines Nachfolgers (in MS-Project: AA).
Endfolge EF: die Endfolge stellt eine Ende-Ende-Beziehung dar. Das Ende eines Vorgängers steht in Beziehung zu dem Ende eines Nachfolgers (in MS-Project: EE).
Sprungfolge SF: die Sprungfolge stellt eine Anfang-Ende-Beziehung dar. Der Anfang eines Vorgängers steht in Beziehung zu dem Ende eines Nachfolgers (in MS-Project: AE).

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